Interview mit Judith C. Vogt

Im Rahmen unseres Adventskalenders auf Facebook haben wir heute ein kleines Interview mit unserer Autorin Judith C. Vogt für euch!

Im März wird Judiths erster Splittermond-Roman Phönix und Affe bei Feder & Schwert erscheinen. Gestern gab es im Adventskalender bereits eine Leseprobe zum Roman, die ihr hier finden könnt.
Wir haben ihr ein paar Fragen zum Roman gestellt:

Wie kamst du auf die Idee, einen Roman zu schreiben, der in Zhoujiang (der asiatisch angehauchten Region von Splittermond) spielt?

Ich versuche generell, mich immer etwas ums Fantasy-Mittelalter zu drücken. Als Thomas Römer und ich auf der HeinzCon über den Splittermond-Roman und den möglichen Schauplatz sprachen, erwähnte er direkt den damals in der Mache befindlichen Zhoujiang-Band, und der Gedanke, einen Wuxia-Roman zu schreiben, hat mich sofort ziemlich glücklich gemacht!

Welches Medium hast du am meisten zur Vorbereitung/Recherche für den Roman genutzt (oder welches hat dir am meisten dabei geholfen) – Wuxia-Filme, Bücher oder die Kampfkunst selbst (gerüchteweise hörte ich, du machst selbst Kung Fu ;-))?

Haha, ich habe sehr ausführlich im Zhoujiang-Band recherchiert – erst in den einzelnen Dokumenten der Rohversion, später dann im fertigen Band. Der steckt voller Überraschungen, ich kann ihn nur empfehlen! Außerdem hab ich mir einige Wuxia- und Kung-Fu-Filme reingezogen (der eine oder andere wird vielleicht die Ip Man-Hommage im Roman erkennen …) und viele, viele, viele YouTube-Videos zu Kung-Fu-Stilen geschaut. Irgendwann hatte ich Lust, das auch auszuprobieren – zum Kung Fu geh ich erst seit Juli, da bin ich also noch ziemlich grün hinter den Ohren. Wuxia-Romane habe ich tatsächlich keine gelesen. Lian Hearn steht nach wie vor auf meiner To-Read-Liste – vielleicht im neuen Jahr! Ach ja, außerdem habe ich noch mal Avatar – The Last Airbender geschaut. Das kann man nicht oft genug tun.

Ist es schwieriger, einen Roman zu verfassen, der in einer bereits existierenden Welt spielt (die von anderen als einem selbst erfunden wurde), als einen „ganz eigenen“ Roman zu schreiben? Oder vielleicht sogar einfacher?

Es ist beides. Für mich ist das Schreiben in einer Rollenspielwelt ein bisschen wie Urban Fantasy – die Welt ist nicht nur dem Schreiber, sondern auch den Lesern schon bekannt und bedarf erfrischend weniger Erläuterungen. Zugleich sind dieser Welt natürlich Grenzen gesteckt, an die man sich halten muss. Mehr Freiheit ist natürlich ein „ganz eigener“ Roman – aber auch mehr Arbeit, was das World Building angeht.

Welchen der Charaktere aus „Phönix und Affe“ hast du selbst am liebsten gewonnen? Und warum?

Ich finde den Antagonisten / die Antagonistin Xitinhi ganz interessant, denn ursprünglich stand er / sie gar nicht als Charakter im Exposé und war in meiner Planung eher nebulös. Dass es auch noch ungewiss ist, ob man Xitinhi gerade als Mann oder als Frau antrifft, hat sich irgendwie unterwegs ergeben. Aber liebgewinnen ist bei Schurken natürlich ein gewichtiges Wort – da würde ich doch eher sagen, dass ich ganz langweilig Ming-Na und Zhihou liebgewonnen habe, die beiden Protagonisten. Zhihou als Stummer war eine besondere Herausforderung, und Ming-Na ist ein Charakter, der sich selbst Rätsel aufgibt. (Ming-Na hat ihren Namen übrigens von Ming-Na Wen, ihr kennt sie vielleicht als Melinda May aus Agents of S.H.I.E.L.D. oder als Stimme von Mulan).

Welche Genre der Phantastik liest du selber am liebsten?

Das ist unheimlich schwer zu beantworten, weil es mich schnell langweilt, zwei Bücher aus dem gleichen Genre zu lesen und ich deswegen viel switche und durcheinanderlese. Aber ich mag aber besonders gaimaneske Urban Fantasy, glaube ich.

Vielen Dank, liebe Judith!